Neben absoluten Headlinern wie Green Day, The Prodigy oder eben Volbeat, den Las-Vegas-Edel-Rockern The Killers, den Berlin-Cowboys The Boss Hoss oder den stets um Bodenständigkeit bemühten 30 Seconds To Mars um Alternative-Beau Jared Letho kann der Zuschauer beim Mammut-Rock-Festival auch dieses Jahr wieder einige echte Newcomer beziehungsweise echte Noch-Geheimtipps kennenlernen. Zum Einstimmen: das Interview mit Volbeat!
Weil Uwe Kockisch überraschend in Nürnberg war, suchten und fanden wir Kontakt zu diesem außerordentlichen Schauspieler, der viel aus seiner DDR-Jugend- und Theaterzeit zu erzählen wusste. Irgendwie hat er es geschafft, nicht mit der Hauptrolle als Commissario Brunetti in mehr als einem Dutzend Donna-Leon-TV-Filmen fixiert zu werden.
Gäbe es ihn nicht, müsste man ihn erfinden: den "Kaffeehausladen" in Johannis, schön in einem altehrwürdigen Eckhaus eingerichtet. Das ist nicht irgendeine Filiale mit Fertigprodukten, Kunststoffmöblierung und faden Flüssigkeiten, sondern exakt das Gegenteil. RoseMarie Bayer ist sozusagen die Kuratorin und omnipräsente Leiterin und Gestalterin dieses keineswegs musealen Idylls. "Museal" ist bestenfalls die liebevolle, detailversessen Einrichtung vom Stuhl bis zur Gabel. Frisch, handgemacht, ausgesucht und erprobt sind die Spezialitäten.<
Außerdem im neuen Heft:
- Schmerzlich vermisst: John Rebus, Detective Inspector in Edinburgh, von seinem Autor in Ruhestand versetzt. Denn der Nachfolger, ein gewisser Malcolm Fox, interner Ermittler, blieb sehr schlicht und blass - wie weggeblasen schienen die Fähigkeiten von Rankin für komplexe Charaktere, Szenarien und Atmosphären. Vergessen, denn "Mädchengrab" ("Standing in another man's grave") ist in jeder Hinsicht hinreißend gut.
- "Denkwürdigkeiten" von Eckhard Henscheid: Der in Amberg geborene Autor ist der Meister der präzisen Geschwätzigkeit und schuf einst mit "Die Vollidioten" und "Geht in Ordnung - sowieso - genau" mit Sechsämtertropfen geschwängerte Verherrlichungen betrunkener Intellektueller in der Kneipe. Jetzt veröffentlichte Eckhard Henscheid das Buch "Denkwürdigkeiten", quasi eine Art schriftstellerische Gesamtbilanz. Hier erzählt Henscheid von dem, was sein Leben prägte!
- Superlative für diese Leistungs-Show der internationalen Kleinstkunst: Es kommen 62 Kompanien aus 17 Länder mit rund 130 Vorstellungen in vier Städten des Großraums. Klar, dass vom traditionellen Puppenspiel längst ein Bogen geschlagen wurde zu Objekt- und Bildertheater, zu Tanz und Performance, zur Bildenden Kunst und natürlich zu neuen Medien und Technologien. Die französische "Compagnie 111" von Aurélien Bory eröffnet das Festival in Erlangen

(Anzeigenschluss für die Ausgabe 06/13: Mo. 6.5.2013)
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