Stadtentdeckungen

Bergstraße Nürnberg – zweiter Besuch

Interessante Läden und lauschige Plätze Teil XVI:

Als Blickfang am Tiergärtnertor dienen eine riesige Kastanie und ein derangiert aussehender Hase. Eine Skulptur von Jürgen Goertz und eine Hommage an den Feldhasen von Albrecht Dürer. Die beeindruckende Skulptur wird von Touristen gerne fotografiert und von Kindern ausgiebig als Klettergerüst genutzt.

Nur einen Steinwurf entfernt eröffnete 2004 das Café Wanderer. In mühevoller Kleinarbeit wurde der düstere Bau entkernt. Hier ist immer noch alles krumm und schief, und dies ist durchaus gewollt. 2007 kam das Bieramt hinzu. Zwölf Landbiere sind hier immer vorrätig. Darunter Unertl Weizen, Huppendorfer und Bamberger Spezial. Flankierend gibt es einen Gerstensaft, der wöchentlich wechselt.

Wenn man im Schatten der Bergstraße fränkisch essen möchte, hat man die Qual der Wahl. »Zum Albrecht Dürer Haus« und

das Wirtshaus »Hütt‘n« bieten beide ein rustikales Ambiente und hausgemachte fränkische Spezialitäten. Ob Schäufele, Fleischküchle oder Fränkische Bratwurst und Kassler, jedes Gericht stellt hier den verwöhnten Freizeit-Gourmet zufrieden. Hier treffen sich fränkische Küche mit traditionellen Wurzeln und beste regionale Produkte.

An sonnigen Tagen kann man im Freien beim gut temperierten Gerstensaft entspannen. Seit 1984 wird in der »Hausbrauerei Altstadthof« wieder Bier gebraut, das Einheimische wie Touristen schätzen. Zehn verschiedene Spezialbiere aus Biomalz und Biohopfen werden übers Jahr nach traditioneller Art in der handwerklichen Braustätte gebraut. Allen voran das Nürnberger Rotbier – das Stadtbier, das mit 2/3 des Ausstoße die beliebteste Sorte ist. Neben dem Bier wird in der Whiskydestille aus ökologischem Spezialmalz der erste deutsche Organic Single Malt Whisky hergestellt, der inzwischen mehrfach ausgezeichnet und 2015 zum besten deutschen Whisky gekürt wurden. Neben Hausbrauerei und Whiskydestillerie beherbergt der Altstadthof der Familien Engel das Bräustüberl, das Restaurant Bühne, den Musikkeller Schmelztiegel und den Brauereiladen mit Probierboutique.

»Kill–O–Zap« heißt das Dorado für Vinyl-Fans in der Oberen Schmiedgasse, egal ob diese jetzt auf Rock‘n‘Roll, Blues, Punk, Country oder Metal stehen. Die kompetente Beratung gibt gerne Tipps und stellt Raritäten vor. Diese kann der Kunde mit Kopfhörer dann ausgiebig auf Herz und Nieren testen. In Zusammenarbeit mit dem »Flex!« aus Gostenhof werden flankierend stylische Möbel, Lampen, Accessoires der 50er, 60er und 70er angeboten. So finden die Besucher quasi ein Wohnzimmer vor, in dem jedoch (fast) alles gekauft werden kann.

Text: Thomas Susemihl,
Fotos: Mathias Trzcinski +
Sebastian Wiedemann (Kill-O_Zap)