Man gönnt sich ja sonst nichts! – delikatEssen

 0911/20 29 132, Nürnberg, Weinmarkt 14, www.delikatessen-nuernberg.de
 Di-Fr: 10 - 18 Uhr, Sa: 10-17 Uhr
Bewertung:   |  Waren: a   |  Service: a - b   |  Interieur: a

In den 50er und 60er Jahren ging man ins Feinkost-Geschäft, wenn mal etwas Besonderes auf den Tisch des Hauses kommen sollte. Heute verfügt die Mehrheit der Bevölkerung zwar über die Mittel, in solchen Geschäften einzukaufen, aber es gibt sie kaum noch. Im Herbst 2008 haben Romana Schemm und Manfred Gendsior in einem hellen, geschmackvoll eingerichteten Verkaufsraum »delikatEssen« eröffnet, das problemlos in der Tradition der damaligen Feinkost-Geschäfte stehen könnte. Die Geschäftsphilosophie der beiden unterscheidet sich doch erheblich von den Geschäftsmodellen vor 40, 50 Jahren: »Bei 95 Prozent der Hersteller waren wir vor Ort und haben uns die Produktion ganz genau angeschaut«, erklärt Romana Schemm. Deshalb können sie und ihr Mann ihre KundInnen auch immer gut beraten. »Bei Reisen in die Steiermark haben wir unsere Idee von »delikatEssen« entwickelt«, ergänzt der Ehemann. Bei ihren Streifzügen durch das Alpenland stießen sie zum Beispiel auf den »Tomantenkönig« Erich Stekovics, der allein 3.000 alte und neue Paradeiser-Sorten züchtet. Diese Tomaten im Glas sind ein Zungen- und Augenschmaus. Ähnliches lässt sich auch über Urlmüller’s »Grüne Paradeiser« sagen – grüne Tomaten mit Vanille verfeinert. Aber auch ein riesiges Angebot der verschiedenen Gewürze – zum Beispiel Rosensalz – von Ingo Holland (siehe Seite 27) findet man im Laden. Oder die Quittenweine und -säfte aus Astheim (siehe Seite 16) und sortenreinen Apfelsaft vom Niederrhein führen Schemm und Gendsior. Nicht entgehen lassen sollte man sich die Abteilung »A«, die Manfred Gendsior »untersteht«. Das »A« steht für angenehm und Alkohol. Dort finden sich wenige, aber so genannte autochthone Weine aus Österreich. Das heißt, diese Reben werden nur dort angebaut: zum Beispiel der »Blaue Wildbacher« oder ein Rotgipfler. Auch wenn nur manche Ware das Etikett »bio« trägt, weil die Kleinbetriebe sich das teure Zertifizierungsverfahren nicht leisten können, müssen diese einen Geschmacksvergleich mit Biowaren überhaupt nicht scheuen. Genuss pur zu in der Regel erschwinglichen Preisen.
Rainer Büschel