Stadtentdeckungen

Innere und Äußere Laufer Gasse in VR 360°

Interessante Läden und lauschige Plätze Teil XV:

Der Rat der Stadt Nürnberg gab Ende der 15. Jahrhunderts Martin Behaim den Auftrag für seinen Erdapfel. Behaim gibt auf diesem Globus die Vorstellungswelt von Antike und Mittelalter mit den drei Kontinenten Asien, Europa und Afrika wieder. Amerika, Australien und der Pazifik fehlen. Deshalb war dieser auch schnell veraltet und es gab keine Serienproduktion. Das Behaim-Denkmal bildet das Ende der Inneren Laufer Gasse.

Wer hat schon einen Hinterhof, in dem ein waschechter Bischof begraben wurde? Antwort: Der Laden. Die Boutique befindet sich in einem Gebäude, das einst ein Kloster beheimatete. Gedenktafel und Bischofs-Grabstein inklusive. Seit fast 40 Jahren bieten Ilona Motalik und Birgit Schneider Mode. Das Motto lautet seit eh und je Fairtrade und angenehme Stoffe.

Ein Dauerbrenner in der Inneren Laufer Gasse ist auch Schörgers Papierkiste. Hier dreht sich alles ums Papier. Leute, die sich für Künstlerbedarf, Malen und Zeichnen interessieren, sind hier goldrichtig. Auch ausgefallene Dinge sind bei Schörgers erhältlich.

Hut Brömme ist in der Innenstadt ebenfalls ein bekannter Name. 2016 präsentierte Horst Brömme in dem umgestalteten Hutladen seine neue Geschäftspartnerin Marie-Luise Schneider. Seither heißt es Herr Brömme und das tapfere Schneiderlein. Diplom-Designerin Schneider steht für Kreativität, ungewöhnliche Designs, Modell-Unikate sowie ökologisch produzierte Kleinserien.

Die Kneipe Meisengeige samt angrenzender Programmkino-Institution wurde in den frühen 70ern von den Weber-Brüdern eröffnet. Zuvor war hier eine Backstube beheimatet. Bäckerei Emmert steht heute noch an der Fassade. Fast scheint es, die Kneipentür fungiere als eine Art Zeittunnel. Wer durch sie durchgeht, lässt das 21. Jahrhundert hinter sich. Hier gibt es nämlich weder Neonlicht noch strahlend weißes Interieur. Eine riesige schwarze Theke dominiert das Bild. Darüber Elvis in engem Badehöschen zu »Blue Hawaii«-Zeiten.

Vis-àvis des Einwohneramts ist seit fast 30 Jahren das Fotostudio Unger beheimatet. Ein Familienunternehmen, das vom Pass- über das Bewerbungsfoto bis zur professionellen Studioaufnahme alles bietet. Was will der Kunde? Diese Frage hat im großräumigen Studio absolute Priorität.

Text: Thomas Susemihl, Fotos: Mathias Trzcinski + Marie-Luise Schneider (Herr Brömme)