Im Jahr 1988 gab es in Fürth das erste Klezmer-Festival, jetzt, 22 Jahre später, folgt die 12. Auflage, inzwischen mit internationalem Renommee. Denn in den 90er Jahren nahm die damals für viele Ohren "neue" Musik enormen Einfluss auf junge Musiker nicht nur in den USA, wo es hauptsächliche Jüdische Musiker waren, sondern in vielen europäischen Ländern bei meist nichtjüdischen Musikanten. Durch die Judenverfolgung der Nazis vor allem in den östlichen Ländern ist diese Musikform nahezu ausgelöscht worden: Klezmorin waren oft reisende Musiker, die sich vielen Einflüssen aussetzten, insbesondere solchen von Roma-Musikern. Daraus entstand eine sehr vitale, unmittelbar wirkende Tanz- und Unterhaltungsmusik, deren ganz spezieller Sound inzwischen unzählige heutige Musikformationen inspiriert. So wurde Klezmer auch ein Stück "Weltmusik", die Klezmorin von heute zeigen, wie lebendig diese eigentlich sehr traditionelle Musik klingt, wenn sich sich mit anderen Stilelementen wie Tango oder Jazz verbündet: vom Jiddpop, Klezmer-Disko, Klezjazz, Klezmerrock bis zum Klezmerpunk. War die Klezmer-Musik ursprünglich rein instrumental, so gibt es in diesem Umfeld längst auch eine Liedkultur. Ein schönes Beispiel ist die aparte Sängerin Yasmin Levy (10.3.), die, ähnlich wie die Griechin Savina Yannatou, sephardische Lieder interpretiert, mit andalusischem Flamenco sowie arabischen Rhythmen versieht und mit Temperament und Leidenschaft anfacht. Oder die Sängerin Zully Goldfarb: Sie verknüpft jiddische Lieder mit argentinischem Tango, Songs, die von aus Europa exilierten Juden am Rio de la Plata entstanden (14.3.).

www.klezmer-festival.de
Auf der Intensivstation!
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Gastspiel"Halbstarke Halbgötter" |
Stefan Otteni, seit Jahren als Gastregisseur am Staatstheater Nürnberg feste Größe im Schauspiel, zuletzt mit der brillanten Inszenierung von Elfriede Jelineks "Die Kontrakte des Kaufmanns", ist jetzt erstmals auch als Schauspieler in Nürnberg zu sehen. Als Facharzt für Anästhesie tritt er in dem Ärzte- und Klinikstück "Halbstarke Halbgötter" auf, das das "Theater Operation" aus Münster als Gastspiel im Hubertussaal aufführt. Geschrieben und inszeniert hat das Stück, das einen kritischen Blick hinter die Kulissen des Klinikalltags wirft, Dr. Tugsal Mogul, praktizierenden Facharzt für Anästhesie und ausgebildeter Schauspieler, als der er vor Jahren auch am Theater Erlangen (u. a. in der "Dreigroschenoper") zu sehen war.
Im Hubertussaal, Dianastr. 28. Fr., Sa., 12. und 13. März, jeweils 20 Uhr. Karten unter Tel.: 0911/261510; Fax: 0911/260366
>"Jerusalem lag in Franken"
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Eine fotografische Spurensuche |
Die Spuren jüdischen Lebens sind in Franken noch vorhanden; selten jüdische Wohnhäuser, oft aber noch Synagogen und vor allem Friedhöfe, die von der Zerstörung verschont blieben, weil sie weitab von den Dörfern lagen, in denen die Juden ihre Toten nicht begraben durften. Vor 25 Jahren starteten die beiden Nürnberger Fotografen Herbert Liedel und Helmut Dollhopf ein Langzeitprojekt, begaben sich auf Spurensuche und fotografierten damals die Relikte jüdischen Lebens in Franken. Über all die Jahre hinweg dokumentierten sie fotografisch den Verfall dieser oft verwahrlosten und zweckentfremdeten Überbleibsel - oder deren Wiederentdeckung und Restauration, die zumeist erst in den 1990er Jahren einsetzte. Jetzt zeigt das NS-Dokumentationszentrum auf dem ehemaligen Reichsparteitagsgelände in Nürnberg die jüdischen Gottes- und Gebetshäuser - damals und heute. br>
Außerdem im Heft:
- Gnadenloses Ehe-Schlachten: Edward Albees "Wer hat Angst vor Virginia Woolf?" im Theater Erlangen
- Eine unheimlich starke Inszenierung: Edward Albees "Wer hat Angst vor Virginia Woolf in Erlangen am Markgrafentheater
- Wer oder was ist "Dullar"? Ein Erfolgsstück von F. Kusz in Istanbul
- Wahl zum neuen "Nürnberger Rat": Die "Nürnberger Einheit"
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