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Theodorakis wird 85 Jahre Prächtige neue BildBiografie!

Mikis Theodorakis Seine politischen Aktivitäten, die ihn in seinen jungen Jahren wiederholt mit Folterung, Inhaftierung und Ächtung konfrontierten, schärften sein künstlerisches Bewusstsein dafür, dass "Kunst", dass Musik immer auch gesellschaftliche Verantwortung in sich tragen soll, dass sie verstehbar, aber nicht als Hintergrundgeräusch konsumierbar sein muss. Es gibt wunderbar geschriebene autobiografische Texte von ihm, und sein deutscher "Statthalter", Asteris Kutulas, hat sie kongenial ins Deutsche übertragen. Er ist auch der Herausgeber dieses exzellent gemachten Bild-Textbandes, der ja nicht nur die Lebens- und Werkgeschichte des außerordentlichen Griechen in Bildern und prägnanten Texten darstellt, sondern auch eine Art Kompendium der griechischen Geschichte - von den Zeiten der Nazi-Besatzung über den Irrsinn des griechischen Bürgerkriegs, dann die Militärdiktatur von 1967-1974 bis in die Gegenwart. Auch als Buchbeilage: zwei CDs mit zum Teil unveröffentlichten, von Theodorakis selbst gesungenen Songs.
Asteris Kutulas, "Mikis Theodorakis, Ein Leben in Bildern", Schott Verlag 2010, 160 Seiten, ca. 300 Abbildungen, mit 1 DVD (Aufnahme der chilenischen Erstaufführung des berühmten Oratoriums "Canto General") und 2 CDs, 49,95 Euro

Schluss mit dem Dichten! "Blau unter Schwarzen" von Thomas Gsella

Blau unter Schwarzen Der Band vereint die Prosa von Thomas Gsella, der bislang primär als komischer Dichter mit Streitaxt oder Florett agierte. Dazu gehört auch das Verarbeiten des antiautoritären Zeitgeistes mit der Anarcho-Fantasie eines damals 10-Jährigen. "Stop dem präfaschistischen Erdbeereisverbot nach Frühstück, Mittagessen, Abendessen und anderswo!", heißt es bei "Das war mein '68". "Altersplanung" beinhaltet die Überlegung: "Weil Essener Friseurläden sich inzwischen "Cuthaarkatastrophe", "Haare up" und "Hare Christina" nennen, zog ich kürzlich nach Aschaffenburg, wo ich meine Haare nun so lange wachsen lasse, bis sie mir vom Kopf upstehen." In "Geisterjäger John Gsella" trifft der Autor auf schreckliche Zombies: darunter Luise Rinser und Hannelore Kohl. Dann folgt " ... und die Anderen" mit dem Urlaubsbericht "E. Stoiber auf Gomera" und die Stippvisite von Markus Söder bei der christsozialen Pfadfinderjugend "Nürnberger Luchse".
Thomas Gsella "Blau unter Schwarzen", Dumont, 239 Seiten, 17,95 Euro

Wörtches Mordslust Thriller im August 2010

Mordslust Die interessanteste Kriminalliteratur aus Südafrika kommt von einem Autor, der eigentlich keine Kriminalromane schreibt. Sondern Romane, die sich unter der Hand in Crime Fiction vom Feinsten verwandeln: Andrew Brown hat mit "Würde" (btb), seinem zweiten Roman nach "Schlaf ein, mein Kind" diese Vermutung bestätigt. ... Kühl und elegant sind auch die Merkmale von Zoë Becks Thriller "Das alte Kind" (Bastei Lübbe). Merkmale, die einem bei deutschen Psycho-Thrillern nicht unbedingt sofort einfallen. ... Richtig lustig sind Ron Goularts Groucho-Marx-detective-novels, die zwischen 1998 und 2005 erschienen sind: "Groucho Marx, Meisterdetektiv" heißt der erste Band, der gerade bei Phantasia Paperback Crime erschienen ist. ... Spannend und lehrreich ist ein anderes Stück Historie: "Die Flucht aus der Hölle" von Albert Londres (Verlag Edition AV/Libertäre Bibliothek 4). Ein Text über den Anarchisten Eugène Camille Dieudonné, der wegen angeblichen Bankraubs in die französische Strafkolonie Guayana deportiert wurde. Vorzügliches Bändchen! Ein Juwel in Bildern ist die Comic-Umsetzung von Dennis Lehanes Story "Bis Gwen" durch die Bilder von Jacques de Loustal: "Coronado" (schreiber & leser noir).

 
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Letzte Änderung: 26.07.2010
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